Wie bereits in den vergangenen Jahren schliesst die Rechnung besser ab als budgetiert. Dennoch bestätigt sich der in der Finanzplanung prognostizierte Trend zu negativen Jahresergebnissen.
Erfolgsrechnung
Der Gesamtaufwand beträgt 16,3 Mio. Franken und liegt damit unter dem Budget von 16,8 Mio. Franken sowie unter dem Vorjahreswert von 17 Mio. Franken. Im Personalaufwand resultiert eine leichte Budgetunterschreitung von 1,5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist jedoch ein Anstieg von 4,3 Prozent beziehungsweise rund Fr. 215'000.00 zu verzeichnen. Gründe dafür sind unter anderem höhere Entschädigungen für Behörden und Milizangestellte sowie Anpassungen im Stellenplan der Verwaltung, Hauswartung und Musikschulleitung. Auch in der Bildung stiegen die Personalkosten.
Der Sachaufwand zeigt erneut eine hohe Budgetdisziplin. Von 262 Konten weisen 185 tiefere Ausgaben als budgetiert auf. Insgesamt ergibt sich eine Unterschreitung von rund Fr. 457'000.00 beziehungsweise 17,2 Prozent.
Der Transferaufwand nahm sowohl gegenüber dem Budget als auch gegenüber dem Vorjahr zu. Mehrausgaben entstanden insbesondere bei den Administrationskosten der Sozialregion unteres Niederamt sowie bei kantonalen Beiträgen in der sozialen Sicherheit und bei der Sekundarschule.
Auf der Ertragsseite erreicht der Gesamtertrag mit 15,5 Mio. Franken knapp das Budget, bleibt jedoch deutlich unter dem ausserordentlich hohen Vorjahreswert. Im Vorjahr hatten ausserordentliche Steuererträge und ein einmaliger Finanzertrag aus Beteiligungen das Resultat stark beeinflusst.
Die Gemeinde-Steuererträge entwickelten sich insgesamt erfreulich. Gegenüber dem Budget resultiert ein Plus von 2,6 Prozent. Die Steuererträge der natürlichen Personen übertrafen das Budget um Fr. 306'000.00, während jene der juristischen Personen um Fr. 360'000.00 tiefer ausfielen. Zusätzliche Mehreinnahmen bei Quellensteuern und Sondersteuern trugen ebenfalls zum besseren Ergebnis bei.
Der im Budget vorgesehene Buchgewinn aus dem Verkauf von Land im Stapfacker konnte noch nicht realisiert werden, da der Verkauf erst Anfang 2026 abgeschlossen wurde. Dadurch fällt der Finanzertrag um Fr. 208'000.00 tiefer aus als geplant.
Spezialfinanzierungen mit positiven Ergebnissen
Die Spezialfinanzierung Wasserversorgung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 43'719.15 ab. Budgetiert waren Fr. 7'170.00. Hauptgründe sind tiefere Abschreibungen, geringere Planungskosten sowie ein leicht höherer Wasserverbrauch. Auch die Abwasserbeseitigung weist einen Ertragsüberschuss aus. Dieser beträgt Fr. 51'944.45 und liegt leicht unter den Erwartungen. Aufgrund ausserordentlicher Effekte im Vorjahr ist ein direkter Vergleich mit den Vorjahren der Spezialfinanzierungen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung nur eingeschränkt möglich.
Die Abfallbeseitigung präsentiert sich wie üblich ausgeglichen und schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 4'392.52 ab. Im Vorjahr betrug der Jahresgewinn noch Fr. 20'667.35.
Investitionsrechnung
Die Investitionsrechnung schliesst mit Nettoinvestitionen von Fr. 1'117'702.50 ab. Budgetiert waren Fr. 2'573'000.00. Damit wurden erneut deutlich weniger Investitionen realisiert als vorgesehen.
Verzögerungen ergaben sich unter anderem bei der Sanierung der Schachenstrasse sowie bei der Erschliessung Stapfacker. Teilweise führten auch Kostenunterschreitungen zu tieferen Investitionsausgaben. Die geringere Investitionstätigkeit wirkt sich in der Folge in tieferen Abschreibungen aus.
Bilanz und Kennzahlen
Die Bilanzsumme steigt leicht auf 36,4 Mio. Franken. Die Fremdfinanzierung wurde im Jahr 2025 um 0,5 Mio. Franken erhöht und beträgt neu 7,5 Mio. Franken. Dank gesunkener Zinssätze bleiben die Zinskosten moderat.
Das Eigenkapital beträgt noch 26,1 Mio. Franken, was einer Abnahme von 0,5 Mio. Franken entspricht. Der Bilanzüberschuss beläuft sich auf 13,9 Mio. Franken. Bestandteil des Eigenkapitals sind unter anderem finanzpolitische Reserven von 2,9 Mio. Franken sowie die Vorfinanzierung für die Sanierung des Gemeindehauses.
Trotz negativem Jahresergebnis stehen nahezu alle Finanzkennzahlen weiterhin auf grün. Der gewichtete Nettoverschuldungsquotient liegt bei minus 131,36 Prozent. Der Eigenkapitaldeckungsgrad beträgt sehr solide 85,12 Prozent. Lediglich der Selbstfinanzierungsgrad ist aufgrund des Aufwandüberschusses negativ, was auf die Notwendigkeit von Fremdfinanzierungen bei anhaltenden Defiziten hinweist.
Ausblick
Mit dem vorliegenden Aufwandüberschuss bestätigt sich der Trend zu negativen Jahresergebnissen, wie er in der Finanzplanung aufgezeigt wird. Dank konsequenter Budgetdisziplin fällt das Defizit jedoch deutlich tiefer aus als erwartet. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass die Entwicklung aufmerksam verfolgt werden muss. Neben möglichen Sparmassnahmen wird auch die Planung einer schrittweisen Steuererhöhung zu prüfen sein. Die aktualisierte Finanzplanung wird dafür die Grundlage bilden. Der Gemeinderat bleibt in finanzieller Hinsicht wachsam und wird rechtzeitig Massnahmen in einem vernünftigen und tragbaren Rahmen einleiten.
